Mastercard muss 570 Millionen Euro Strafe zahlen

Die EU-Kommission brummt Mastercard eine gewaltige Geldstrafe auf. Der Kreditkartenanbieter hat aus ihrer Sicht zu hohe Gebühren berechnet.

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Die EU-Wettbewerbshüter haben Mastercard wegen zu hoher Kundengebühren zu einer Buße von 570 Millionen Euro verdonnert. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit.

Mastercard gibt die gleichnamigen Kreditkarten und die Bezahlkarte Maestro heraus. Die zu hohen Gebühren sind nach Angaben aus Brüssel wie folgt entstanden:

  • Wenn Verbraucher in einem Geschäft oder im Internet eine Kreditkarte verwenden, dann zahlt die Bank des jeweiligen Händlers der Bank des Karteninhabers eine Gebühr: das sogenannte Interbankenentgelt.
  • Die Bank des Händlers reicht diese Gebühr oft an den Händler weiter.
  • Dieser wiederum lässt es dann mitunter in den Endpreis einfließen.
  • Die Kosten werden so letztlich auf alle Verbraucher abgewälzt, auch auf jene, die gar nicht mit Kreditkarte einkaufen.

Das Unternehmen habe Händler daran gehindert, bessere Konditionen von Banken aus anderen Ländern des EU-Binnenmarktes zu nutzen, teilte die EU-Kommission mit. "So wurden die Kosten für Kartenzahlungen künstlich in die Höhe getrieben", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Zum Nachteil der Verbraucher und der Einzelhändler in der EU."

Weitere Klagen können folgen

Der EU-Kommission zufolge verstieß Mastercard bis 2015 gegen EU-Kartellrecht. Nach den damaligen Regelungen von Mastercard mussten die Händlerbanken die Entgelte des Landes anwenden, in dem der Einzelhändler ansässig war. Händler in EU-Staaten mit hohen Entgelten waren daher gezwungen, höhere Kosten zu berechnen.

Ende 2015 wurden die Interbankenentgelte europaweit angeglichen. Das Problem mit den zu hohen Gebühren fiel danach weg.

Mastercard habe das eigene Vergehen inzwischen eingeräumt, teilte die EU-Kommission mit. Daher sei die Strafe um zehn Prozent reduziert worden. Die Kommission erwähnte allerdings, dass Einzelpersonen und Unternehmen, die von dem wettbewerbswidrigen Verhalten betroffen waren, in den einzelnen EU-Staaten vor Gericht auf Schadenersatz klagen könnten.

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